Samstag, 17. September 2016

Chilean clocks work differently...

Fazit der Woche: Chilenen nehmen es nicht so genau mit der Uhrzeit und auch nicht mit dem Beginn der Vorlesungen. Fast jeder Prof diese Woche hat gesagt, dass die meisten Chilenen in der ersten Woche sowieso nicht kommen, weil sie einfach mal annehmen, dass die Veranstaltungen dann nicht stattfinden. Kann man ja mal machen.

Dienstag: Heute habe ich drei weitere Veranstaltungen besucht. Ich probiere diese und nächste Woche, wie gesagt, alles mögliche mal aus und entscheide danach, welche Kurse ich belege. Es standen "Impacto Ambiental" (von 8 bis 10) "Restauracion Ecologica" (heute nur von 10-11) und "Cultura y Sociedad Rural" (heute nur von 4 bis kurz nach 5) auf dem Plan. Alle drei haben sich sehr interessant angehört, allerdings wurde noch keine wirkliche Vorlesung gehalten, sondern fast ausschließlich Organisatorisches und das Programm für das Semester besprochen. Zusammengefasst: Es wurde viel geredet, aber noch nichts gemacht.
Später gab es eine Führung über den Campus, was auch ganz cool war, da man mal einen Eindruck von der Uni bekommen hat. Sie wäre ein paar Tage früher vor Vorlesungsbeginn jedoch sehr viel sinnvoller gewesen :D
Anschließend sind drei der Mädels mit uns nach Hause gekommen, um sich unserer Cabana anzuschauen und danach haben wir Mini-Käse-(Schinken)-Tortillas für alle gemacht :)

Mittwoch: Es standen keine Uni-Veranstaltungen an, da die Exkursion, die eigentlich stattfinden sollte, zwei Stunden vorher abgesagt wurde. Stattdessen haben Brenda und ich uns auf den Weg in die Stadt gemacht, um uns Decken für unser neues Haus zu kaufen, was wohl sehr bald bezugsfertig ist! :) Nachmittags fand dann von der Finanz-Fakultät organisiert, an der Uni eine sogenannte "Fonda" statt. Das ist eine Art Fest, bei dem typische chilenische Spezialitäten verkauft werden. Brenda und ich haben uns eine Empanada mit Fleisch geteilt, die allerdings nicht so lecker war und außerdem haben wir noch Choripan probiert. Das ist im Prinzip ein kleines Würstchen in einem kleinen Brötchen, auf das man sich je nachdem wie man möchte, noch klein geschnittene Tomaten oder einfach nur Mayo und Ketchup draufmachen kann.
Camila vor der Fonda :)

Donnerstag: Ein weiteres Mal war ich heute unnötigerweise an der Uni. Ich wollte mir eigentlich eine weitere Vorlesung anschauen, die dann aber mal wieder nicht stattfand. Die Vorlesung am Nachmittag fand dann zwar schon statt, allerdings waren es tatsächlich nur der Prof und vier der sechs Freiburg... wie gesagt, die Chilenen nehmen es da nicht so genau...

Freitag: Rise and Shine! Meine Mitbewohnerinnen sind einfach nicht aufgestanden und ich also alleine in die Uni gegangen. Die erste Vorlesung, die eigentlich ja schon am Montag anfangen sollte, war eine Privatstunde mit dem Prof - es war tatsächlich niemand außer mir erschienen... So wurde aus der Vorlesung eher ein deutsch-spanisches Gespräch über Plantagen und Praktika, weil der Prof drei Kontakte hat, die er mir weiterleiten kann. Es sieht also recht gut aus mit meinem Plan nächstes Semester hier Praktika zu machen!
Um halb 12 sollte dann eigentlich eine Tour zu zwei Museen stattfinden, allerdings war die Verantwortlich, Macarena, um 12 immer noch nicht da. Wir sind dann zu ihrem Büro gelaufen, um sie zu suchen, und es stellte sich heraus, dass sie die Führung komplett vergessen hatte. Wir haben sie dann trotzdem noch gemacht, allerdings blieb nicht viel Zeit und es war auch nicht so spektakulär.
Abends fand dann die Einweihungsfeier von dem neuen Haus statt und wir können tatsächlich endlich umziehen! Die Feier war interessant - ich habe so etwas noch nie miterlebt - es sind Familie und ein paar Freunde unseres Duenos vorbeigekommen, um Häppchen aus Meeresfrüchten, Chips und Kuchen zu essen und Sekt oder furchtbar süßes Limozeug zu trinken.
Anschließend haben wir unsere Sachen schnell in das Haus gebracht, haben heute Nacht also das erste Mal dort geschlafen, und uns dann ganz schnell mit dem Taxi auf den Weg in die Stadt gemacht, weil es eine Feier mit allen Intercambios und Macarena geben sollte. Dazu waren wir in einer Art Bar, die eher an ein Mini-Bürgerhaus erinnerte, in der anlässlich der Patria-Feierlichkeiten, traditionelle Tänze aufgeführt und traditionelle Lieder gesungen wurden. Am 18. September ist nämlich Nationalfeiertag in Chile, der jedoch faktisch eine ganze Woche lang gefeiert wird. Es war wirklich lustig und einige von den Intercambios wurden sogar zum Tanzen aufgefordert.
traditioneller Schmuck der Mapuche

Jap, so hieß eine Tochter berühmter deutscher Einwanderer tatsächlich...

Samstag: Ich bin super froh endlich angekommen zu sein! Es war ein super Gefühl in meinem neuen lichtdurchfluteten, geräumigen Zimmer aufzuwachen und endlich meine Sachen in einen Schrank einräumen zu können. Wir haben den Tag damit verbracht Sachen für das Haus zu besorgen und uns einzurichten. Zum Abendessen gab es selbstgemachte Pizza. Das Problem war nur, dass wir es dieses Mal mit Backpapier machen wollten, damit das Blech danach nicht so eingesaut ist. An sich keine schlechte Idee, wenn es hier den vernünftiges Backpapier gäbe... Wir haben im Endeffekt das gekauft, was am meisten nach Backpapier aussah und das Ende vom Lied war, dass es komplett, also wirklich alles, an der Pizza kleben blieb. Wir haben bestimmt gut eine halbe Stunde gebraucht, das ganze Papier wieder ab zu bekommen.

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