Mittwoch, 31. August 2016

Very big to very small

So ganz nach Plan gelaufen ist es heute nicht - aber es hätte schlimmer kommen können :D
Am Morgen haben wir unser provisorisches Lager im Wohnzimmer nach 12 Nächten abgebrochen! Heute Nacht werden wir vermutlich das erste Mal seit 2 Wochen in getrennten Zimmern schlafen :D
Es stand ja noch eine Besichtigung aus, von der wir uns viel erhofft hatten. Wir wurden ziemlich enttäuscht. Der Senor hatte uns die "Neue" der Cabanas gezeigt und selbst die ging überhaupt nicht. Also sind wir ganz schnell wieder gegangen.
Zurück im "Kühlschrank" waren wir dementsprechend etwas ratlos und haben unsere Möglichkeiten durchgespielt. Arg viele hatten wir nicht. Wir haben dann beschlossen den Senor anzurufen, von dem wir ursprünglich das schöne neue Haus mieten wollten. Er vermietet nämlich auch noch eine kleine Cabana mit 2 Zimmern direkt neben seinem Haus. Die Idee war, dass wir dort erst einmal einen Moment bleiben und dann vielleicht in das Haus einziehen, wenn es fertig ist oder halt noch einmal weiter schauen.
Jetzt mussten wir nur noch den Rest unserer Sachen packen und dann hieß es dem "Kühlschrank" auf Nimmerwiedersehen zu sagen.
Ich bin mit meinem Fahrrad zu der neuen Wohnung gefahren, während Brenda unsere Sachen im Taxi transportiert hat. Ich weiß ich bin von Freiburg sehr verwöhnt, was Einrichtungen für Fahrradfahrer angeht, aber hier ist es wirklich das komplette Gegenteil :D Aber auch für Autofahrer ist es alles andere als einfach. Das Straßennetz besteht nämlich sehr viel aus Einbahnstraßen, sodass du, wenn du irgendwo angekommen bist, noch lange nicht weißt, wie du wieder zurück kommst. Oder nur weil du einen Weg zu Fuß schon gegangen bist, weißt du dadurch noch lange nicht, wo lang derselbe Weg mit dem Auto oder dem Fahrrad führt. Man braucht wirklich eine Weile, um sich an die Verkehrsführung hier zu gewöhnen - aber ich habe ja Zeit :D
Hier angekommen war es gar nicht so schlimm, wie wir es in Erinnerung hatten. Schon klein, aber ansonsten nicht schlecht.
Mein Zimmer: Bett und Schrank

Küche und Esszimmer: der Fernseher ist hier irgendwie obligatorisch 

Mini-Bad :P

Dienstag, 30. August 2016

Pending...

So viel schon einmal vorweg: es wurde nicht wirklich besser :D
Der Tag fing schon damit an, dass ich um 6 Uhr wegen meiner Erkältung wach geworden bin. Als ich dann versucht habe wieder zu schlafen, wurde dieser Plan jäh durch unseren Nachbarshund unterbrochen - für fast eine Stunde. In Valdivia gibt es nämlich nicht nur besonders viele Straßenhunde, sondern, wie ich das einschätzen kann, auch allgemein besonders viele vernachlässigte Hunde. Sehr viele leben nämlich in den umzäunten "Gärten" der Häuser und bekommen von ihren Besitzern nur wenig Aufmerksamkeit. Mit "Gärten" meine ich meist winzige Vorgärten, die oft nicht einmal mit Gras bewachsen, sondern gepflastert oder einfach nur Matsch sind. Diese Hunde flippen bei jedem Passanten, der vorbei geht, total aus. Und dieser eine Hund gegenüber von unserem "Kühlschrank" hat ganz sicher noch irgendein anderes Problem. Er hat nämlich heute morgen früh um 6 fast eine Stunde lang komplett grundlos immer wieder gebellt und gejault wie eine Sirene, ohne dass es einen erkenn- bzw. erhörbaren Grund dafür gegeben hätte. Der Tag fing also schon mal gut an...
Nach dem Aufstehen hatten wir dann eine ganze Menge Wäsche zu bewältigen. An sich ja auch kein Problem, wüsste man, wie die chilenische Waschmaschine funktioniert. Wir wussten es nicht. Es stellte zum Glück aber auch kein allzu großes Problem dar, da wir einfach so lange Knöpfe gedrückt haben bis sie lief :D 
Ansonsten war unser Tag geprägt von einer total erfolglosen Wohnungssuche mit hauptsächlich Absagen, einer halbwegs passablen, dafür aber dann doch recht teuren Alternative und einer absoluten Katastrophe: Ein Zimmer mit Doppelbett und Bad und das war's.
Wohnungssuchliste Nummer 2...

und meine ursprüngliche Liste.
Dementsprechend gedrückt war unserer Stimmung. Wir haben jetzt für morgen noch eine Besichtigung und hoffen einfach, dass das was ist. Denn egal wie, die Koffer sind gepackt und morgen wird ausgezogen. Eigentlich eine super Sache und ich hab mich auch echt drauf gefreut - wenn wir nur wüssten, wohin wir jetzt ziehen o.O

Montag, 29. August 2016

Lichtblick Linseneintopf

Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei, also wird uns mein dritter Anlauf hier eine Wohnung zu finden, hoffentlich Glück bringen. Heute hatten wir davon noch nicht so arg viel. Ein, zwei gute Dinge gibt es heute trotzdem zu berichten.
Seit heute habe ich nämlich einen chilenischen Ausweis und bin somit 100% legal und kann alles tun, wofür die Chilenen ihre RUT, ihre persönliche Identifikationsnummer brauchen.
Chilenischer Ausweis!!
 Außerdem habe ich meine Kreditkarte wiedergefunden! Das wäre ja eigentlich eine gute Sache, wenn ich heute Abend nicht erfahren hätte, dass ich sie nicht mehr entsperren kann und mir für 40€ eine Neue nach Chile bestellen muss. Das Ganze dauert mindestens 1,5 Wochen und bis dahin kann ich von hier aus, nicht auf das Geld auf meinem Konto zugreifen.
Wir stecken, wie gesagt, ja wieder mitten in der Wohnungssuche und suchen mittlerweile auch nur noch für uns zwei. Eigentlich hatten wir gedacht, das würde die Sache wesentlich erleichtern und es stimmt auch, dass es deutlich mehr Angebote gibt. Allerdings sind die zum einen genauso schnell wieder vergeben und zum anderen sind bei den Cabanas für 2 Personen noch mehr wirklich Schlechte dabei. Wir haben heute die Anzeigen in zwei Supermärkten und an der Uni abgeklappert und kaum etwas Brauchbares gefunden. Nur eine konnten wir heute besichtigen. Die war auch gar nicht mal so schlecht, allerdings fand Brenda sie auch etwas teuer und sie hatte keine Waschmaschine, also suchen wir morgen erst nochmal weiter. 

Wohnungsanzeige im Supermarkt "Lider"
Zu dem ganzen Frust kam dann auch noch schlechtes Wetter und ich habe mir eine Erkältung eingefangen, was natürlich praktisch ist, wenn man in einem Kühlschrank lebt. Alles in allem war heute wirklich nicht so unser Tag, morgen kann es eigentlich nur besser werden.
Der einzige Lichtblick heute war unser Abendessen. Brenda hat Linseneintopf gekocht und der war echt sehr lecker! 
Rettung naht in Form von warmem Eiintopf *-*



Sonntag, 28. August 2016

Great day with bad news

Unser letzter Tag in Pucon ist angebrochen und wir haben erst einmal ausgeschlafen und in Ruhe gefrühstückt.
Dann mussten wir Geld holen, um das Hostel zu bezahlen. Als ich jedoch meine Kreditkarte rausholen will, ist die weg! Also sind wir erstmal zurück zum Hostel und haben da gesucht aber nichts gefunden. Naja da half alles aufregen nicht, in dem Moment konnte ich sowieso nichts weiter tun, da wir ja noch in Pucon waren. Stattdessen haben wir beschlossen unsere letzten Stunden trotzdem noch mit etwas Schönem zu verbringen.
Zuerst ging es an den Strand des Sees "Villarrica", etwa 20 Minuten Fußweg vom Hostel. Der Strand ist schwarz, da der Sand vulkanischen Ursprungs ist. Es war wirklich schön dort und wir haben eine Weile nur da gesessen und die Sonne genossen.


Brenda hat gemodelt ohne dass sie es wusste :D
Copyright by Brenda Garza
 Danach ging es in das Café Berlin, ein von Deutschen geführtes Café, in dem es viele deutsche Kuchen (die Chilenen benutzen das Wort ebenfalls :o) und andere Leckereien gab. Bei Apfelstreuselkuchen und Berliner fühlte man sich direkt heimisch :P Es lief sogar deutsche Musik und selbst am anderen Ende der Welt blieb ich nicht von "Die immer lacht" verschont :D
Der Vulkan "Villarrica" hinter dem Ort "Pucon"

Maulwurfkuchen, Apfelstreuselkuchen und Berliner *-*

Komplett mit Berliner Bär und allem drum und dran
 Anschließend haben wir noch etwas in einem Souvenirshop mit vielen von den Einheimischen selbst hergestellten Dingen gestöbert und dabei ein paar Sachen erstanden haben.
Meine Souvenirausbeute: ein Geldbeutel, in den die riesigen chilenischen Scheine passen, ein Kuli in einem Stück Ast und einen Stab, um die Haare hochzustecken.  
 Danach hieß es Abschied nehmen von Pucon, Caleb und Marcelo und mit dem Bus ab zurück nach Valdivia. Im Haus habe ich dann zunächst überall ohne Erfolg nach meiner Kreditkarte gesucht und dann den restlichen Abend damit verbracht, zu versuchen die Karte sperren zu lassen. Das hört sich ja eigentlich nach einer sehr einfachen Tätigkeit an, die sich jedoch als echte Herausforderung herausstellte. Die Stars des Abends waren mal wieder die chilenischen Mobilfunkanbieter. Denn anstatt internationale Anrufe, wie überall sonst in der Welt, lediglich über die Ländervorwahl laufen zu lassen, haben die Chilenen zusätzlich ein eigenes System - sonst wäre es ja auch langweilig. Jeder chilenische Mobilfunkanbieter hat nämlich seinen eigene Vorwahl, die man bei internationalen Anrufen vor der Ländervorwahl wählen muss. Das muss man allerdings auch erstmal wissen. Ich habe es natürlich erst diverse Male auf unterschiedliche Arten normal probiert, bevor ich herausfand, was die automatische Roboterstimme mir bei jedem meiner Anrufe in Spanisch und Englisch versucht hat mitzuteilen. Also startete ich eine neue Runde Versuche mit der korrekten Vorwahl, was dann so aussah: 123 0 +49 (deutsche Nummer) - wie gesagt unnötig kompliziert. Dummerweise ging das aber immer noch nicht. Jetzt sagte mir die Roboterstimme, dass diese Nummer in Deutschland nicht vergeben war, obwohl ich ja ganz genau wusste, dass sie es war. Total frustriert haben wir dann den Kundenservice meines Anbieters angerufen, der uns jedoch auch nicht helfen konnte: "Wenn wir alles korrekt eingegeben hätten, dann könne es nur an der deutschen Nummer liegen" - na vielen Dank :D Ich gab also auf und versuchte es stattdessen mit dem Online-Chat und darüber konnte ich dann endlich, endlich meine Karte sperren lassen.
 Morgen werden ich nochmal versuchen meine Karte zu finden. 
Außerdem haben wir heute noch mit dem Mann gesprochen, von dem wir ab 1. September das schöne Haus mieten wollen. Von ihm gab es ebenfalls schlechte Neuigkeiten: das Haus ist bis wir aus dem "Kühlschrank" ausziehen müssen noch nicht fertig... Am Mittwoch bevor wir nach Pucon gefahren sind, haben wir desweiteren erfahren, dass unsere dritte vorgesehene Mitbewohnerin, aufgrund familiärer Probleme, wohl gar nicht nach Chile kommt. Also heißt es wohl Abschied nehmen von unserem schönen neuen Haus und morgen wieder mit Vollgas auf den Wohnungsmarkt. Denn die Uhr tickt, am Mittwoch müssen wir ausziehen.

Samstag, 27. August 2016

Walking in a Winterwonderland... Im August!

Geburtstag yeahi!!! Es fühlt sich nicht so richtig an, wie Geburtstag haben, aber super war der Tag trotzdem :)
Fast wäre es jedoch eine ziemliche Enttäuschung geworden. Wir sind bei bestem Wetter (also eigentlich war es noch dunkel, aber das Wetter wurde gut :D) aufgewacht. Perfekt für den Nationalpark. Allerdings fiel uns das Aufstehen so schwer, dass wir fast den Bus dorthin verpasst hätten! Ein Glück sind wir in Chile und die Zeit wird nicht so genau genommen. Wir waren um 8:33 Uhr da und haben es gerade noch so geschafft!
Am Morgen konnte man von unserem Zimmer aus den Vulkan "Villarrica" sehen!!
Im Park angekommen sollte unsere Route dann an einem See vorbei, den Berg hoch zu drei weiteren Seen führen. Auf dem Rückweg den Berg hinunter gab es außerdem noch zwei Wasserfälle zu sehen! Wir hatten viel vor, also ging es auch sofort los.
Am See entlang und den Berg hinauf liefen wir noch relativ früh am Morgen, sodass Pfützen, Steine und Pflanzen noch mit einer dünnen Eisschicht überzogen waren. Das zusammen mit dem Spiel des Lichts und dem Hauch Kälte der noch in der Luft hing, verlieh dem Ort etwas Magisches. Der Wald am Berghang war charakterisiert durch dicke, uralte und Ehrfurcht einflößende Baumriesen. Zwischendurch blieben wir beide immer wieder wie angewurzelt stehen, weil der Anblick der sich uns bot, uns den Atem raubte.

Ein Hauch von Eis - wunderschön!

Perfekte Muster in der gefrorenen Pfütze


An dem Baumstamm sieht man wie das Wasser verdampft! 

Als würde man durch einen Märchenwald laufen :)

Soooo rießig groß o.O

Ich hatte sehr viel Zeit, um mir die wunderschöne Landschaft anzuschauen, da Brenda wieder etwas langsamer war als ich. Heute war das allerdings ganz und gar nicht schlimm, sondern für mich super entspannt :) Das war glaube ich das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Berg bestiegen habe ohne zu schwitzen und ohne zu frieren :D - also absolut perfekt :)
Ab dem offiziellen Eingang des Nationalparks auf dem unteren Drittel des Berges begann dann der Schnee! Anfangs war das noch eine eher dürftige Angelegenheit, doch je höher wir kamen, umso mehr wurde es und irgendwann stiefelten wir dann eine durch kniehohe weiße Pracht!
Das war das erste Mal in ihrem Leben, dass Brenda Schnee gesehen hat!
Darum war sie trotz nasser und kalter Füße und meinem Wandertempo den ganzen Tag über glücklich, was mich sehr gefreut hat, weil ich ebenso glücklich war.
Erster Schnee EVAAA!!

Wie ein Bilderrahmen <3

Der Vulkan (ganz weit am Horizont, man sieht ihn kaum :D) hat uns den ganzen Tag begleitet und die Bäume waren wirklich unglaublich!

Glückliches Schneemonster :)

Oben angekommen, wurden wir mit drei fantastischen Seen für die Mühe belohnt, Lago Chico, Lago Verde und Lago Toro. Letzterer war mit Abstand der Schönste! Wir standen bestimmt 20 Minuten am Ufer und haben einfach nur gestaunt über die unfassbare Perfektion, die vor uns lag. Es sah einfach aus wie auf einem Foto und man konnte nur schwer glauben, dass es real war.
Lago Chico


Obligatorisches Handstandfoto #gymnasticsisters #chile&australia
Lago Toro *-*

Laguna Verde...

...und weil es so schön war noch einmal :D



Den Rückweg sind wir ganz entspannt angetreten und haben uns auf meinen Wunsch hin auch noch die beiden Wasserfälle angeschaut. Für den ersten hatte es sich absolut gelohnt! Mindestens 50 Meter steile Felswand, in die sich riesige Wassermassen über Jahrtausende einen Weg gebahnt haben. Mehr als "wow" fiel mir dazu nicht ein.
Schnee und Berge und Wald und Vulkan = Perektion

Der erste Wasserfall! 
Ich kann es einfach nicht glauben :D

Flatmate crazy :)


Hier meine Damen und Herren sehen Sie eine überaus ausgeprägte Form des Drehwuchses *hrhrm*

Der zweite war auch ganz cool, aber lang nicht so spektakulär wie der erste, also haben wir uns lieber beeilt zurückzukommen, um den Bus zurück um 17:10 Uhr nicht zu verpassen. Wir waren früh genug wieder da und es ging müde, aber glücklich zurück nach Pucon.
Wasserfall Nummer 2

B&B - Brenda & Baum #mybigbestie

Als Geburtstagsabendessen gab es noch Hamburger im besten Burger-Restaurant der Stadt :)


Es war heute also mal ein etwas anderer Geburtstag, aber mit Sicherheit der besonderste (#Schneeimaugust) und einer der schönsten, die ich je hatte, obwohl ihr natürlich gefehlt habt!

Freitag, 26. August 2016

Was lange währt, wird endlich gut

Eigentlich wollten wir heute in den Nationalpark, aber als wir aufstehen wollten (halb 8, viel zu früh!!), hat es immer noch geschüttet. Also haben wir uns dafür entschieden erstmal weiter zu schlafen und etwas anderes zu machen.
Als wir dann aufgestanden sind, hatte es aufgehört zu regnen, weshalb wir uns dafür entschieden haben, unsere für Samstag geplante Fahrradtour, heute zu machen. Im Hostel konnten wir Fahrräder leihen und geplant war eine Tour zu den "Ojos de Carburga", vier Wasserfällen, und danach zum "Rio Plato", einem anderen Ort am See Villarrica mit einem versteckten Wasserfall.
Eine Karte von der Gegend, auf der auch "Ojos de Carburga" und "Rio Plato" zu sehen sind.
Es sollte ein langer Tag auf dem Fahrrad werden, aber machbar sein. Es kam dann jedoch etwas anders... Ich hab die Geschichte noch einmal grob überschlagen, und der Weg zu den "Ojos de Carburga" waren maximal 15 km. Ihr werdet erstaunt sein zu hören, dass wir für die Strecke ganze drei Stunden gebraucht haben - also nur den Hinweg. Brenda war nämlich nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit auf dem Bike unterwegs - eher das Gegenteil. Außerdem tat sie sich extrem schwer, jegliche Art von Anstieg hoch zu fahren, weshalb sie es gar nicht erst versuchte, sondern lieber grad abstieg und schob. Frei nach dem Motto: "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt!" Wie sich herausstellen sollte, ist sie damit deutlich besser gefahren als ich... (so viele schlechte Wortwitze bei so wenig Wörtern... :D)
Zunächst offenbarte sich jedoch noch etwas Anderes. Ich wunderte mich sehr, dass sie nicht einmal versuchte weiterzufahren, wenn sich eine Steigung auch nur andeutete. Also fragte ich sie, nicht ganz ernst gemeint, ob sie wüsste, dass sie den Gang wechseln könnte. Ihre Antwort darauf: "Ja, klar..." - kurze Pause - "Wie?" Sie wusste also tatsächlich nicht, dass ihr Fahrrad Gänge hatte! Das erklärte so einiges, machte es danach allerdings kaum besser, weil sie die komplette Tour brauchte, um sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen...
Drei bis vier Kilometer vor unserem Ziel wurde meine Engelsgeduld dann netterweise noch mit einem platten Hinterrad entlohnt. Die ganze Geschichte hat wirklich Nerven gekostet. Nachdem wir den Reifen erstmal notdürftig wieder aufgepumpt hatten (hier hatte Brenda den Dreh deutlich besser raus als ich!), bin ich erstmal weitergefahren, da wir ja fast da waren. Wenige Meter vor den Fällen hatte ich dann allerdings das Gefühl, ich würde das Fahrrad zerstören, wenn ich noch einen Meter weiterfahre. Also bin ich abgestiegen - und wir haben unsere Fahrräder zusammen die letzten hundert Meter geschoben.
Blick auf die vom Nebel verhangenen Berge auf dem Hinweg :)

Diese beiden süßen Schäfchen schlenderten ganz entspannt die Straße entlang *-*
Brenda und die Schäfchen  :)


Unsere heißen Flitzer für den Tag!
Als ich die Wasserfälle dann endlich zu Gesicht bekam, wusste ich, dass sich die Odyssee, trotz allem was noch folgen sollte, gelohnt hatte. Es war wirklich wunderschön! Ein großes tiefblaues Becken lag vor uns, in das sich von zwei Seiten, vier Wasserfälle ergossen.
"Ojos de Carburga"



Kein Ausflug ohne einen besonderen Baum! Diesmal war konnte ich nur auf und nicht darin stehen :P
Bevor wir uns auf den Rückweg machen konnten, musste ich noch den platten Reifen auswechseln. Das war auch wieder so eine Sache, weil ich es zwar schon einmal gemacht hatte (Danke Lorenz! :D), mich aber einfach nicht mehr daran erinnern konnte, wie man die Bremsen öffnet. Zum Glück ist mein Freund ja ein begeisterter Mountainbiker und dann auch alles andere kein Problem :) Ich war stolz wie Bolle, als wir mit dem Wechseln fertig waren und alles wieder da war, wo es hingehörte! :D
Den Rückweg haben wir dann auf der geteerten Straße angetreten, was es um einiges leichter für Brenda machte. Trotzdem haben wir wieder gut 2,5 Stunden gebraucht und gegen Ende wurde mir echt kalt, weil ich mich so wenig bewegt habe...
Wir waren beide heilfroh, als wir zurück beim Hostel waren! Physisch hatte ich zwar das Gefühl, einen lockeren Spaziergang gemacht zu haben, bei dem ich mir auf unerklärliche Weise ein schmerzendes Hinterteil zugezogen habe; mental fühlte ich mich jedoch als wäre ich einen Marathon gelaufen.
Aber egal, das war es alle mal wert und immerhin wurden wir nach der Ankunft im Hostel noch mit einem Regenbogen belohnt :)
Caleb wollte unbedingt ans Ende des Regenbogens :D