Eigentlich wollten wir heute in den Nationalpark, aber als wir aufstehen wollten (halb 8, viel zu früh!!), hat es immer noch geschüttet. Also haben wir uns dafür entschieden erstmal weiter zu schlafen und etwas anderes zu machen.
Als wir dann aufgestanden sind, hatte es aufgehört zu regnen, weshalb wir uns dafür entschieden haben, unsere für Samstag geplante Fahrradtour, heute zu machen. Im Hostel konnten wir Fahrräder leihen und geplant war eine Tour zu den "Ojos de Carburga", vier Wasserfällen, und danach zum "Rio Plato", einem anderen Ort am See Villarrica mit einem versteckten Wasserfall.
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| Eine Karte von der Gegend, auf der auch "Ojos de Carburga" und "Rio Plato" zu sehen sind. |
Es sollte ein langer Tag auf dem Fahrrad werden, aber machbar sein. Es kam dann jedoch etwas anders... Ich hab die Geschichte noch einmal grob überschlagen, und der Weg zu den "Ojos de Carburga" waren maximal 15 km. Ihr werdet erstaunt sein zu hören, dass wir für die Strecke ganze drei Stunden gebraucht haben - also nur den Hinweg. Brenda war nämlich nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit auf dem Bike unterwegs - eher das Gegenteil. Außerdem tat sie sich extrem schwer, jegliche Art von Anstieg hoch zu fahren, weshalb sie es gar nicht erst versuchte, sondern lieber grad abstieg und schob. Frei nach dem Motto: "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt!" Wie sich herausstellen sollte, ist sie damit deutlich besser gefahren als ich... (so viele schlechte Wortwitze bei so wenig Wörtern... :D)
Zunächst offenbarte sich jedoch noch etwas Anderes. Ich wunderte mich sehr, dass sie nicht einmal versuchte weiterzufahren, wenn sich eine Steigung auch nur andeutete. Also fragte ich sie, nicht ganz ernst gemeint, ob sie wüsste, dass sie den Gang wechseln könnte. Ihre Antwort darauf: "Ja, klar..." - kurze Pause - "Wie?" Sie wusste also tatsächlich nicht, dass ihr Fahrrad Gänge hatte! Das erklärte so einiges, machte es danach allerdings kaum besser, weil sie die komplette Tour brauchte, um sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen...
Drei bis vier Kilometer vor unserem Ziel wurde meine Engelsgeduld dann netterweise noch mit einem platten Hinterrad entlohnt. Die ganze Geschichte hat wirklich Nerven gekostet. Nachdem wir den Reifen erstmal notdürftig wieder aufgepumpt hatten (hier hatte Brenda den Dreh deutlich besser raus als ich!), bin ich erstmal weitergefahren, da wir ja fast da waren. Wenige Meter vor den Fällen hatte ich dann allerdings das Gefühl, ich würde das Fahrrad zerstören, wenn ich noch einen Meter weiterfahre. Also bin ich abgestiegen - und wir haben unsere Fahrräder zusammen die letzten hundert Meter geschoben.
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| Blick auf die vom Nebel verhangenen Berge auf dem Hinweg :) |
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| Diese beiden süßen Schäfchen schlenderten ganz entspannt die Straße entlang *-* |
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| Brenda und die Schäfchen :) |
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| Unsere heißen Flitzer für den Tag! |
Als ich die Wasserfälle dann endlich zu Gesicht bekam, wusste ich, dass sich die Odyssee, trotz allem was noch folgen sollte, gelohnt hatte. Es war wirklich wunderschön! Ein großes tiefblaues Becken lag vor uns, in das sich von zwei Seiten, vier Wasserfälle ergossen.
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| "Ojos de Carburga" |
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| Kein Ausflug ohne einen besonderen Baum! Diesmal war konnte ich nur auf und nicht darin stehen :P |
Bevor wir uns auf den Rückweg machen konnten, musste ich noch den platten Reifen auswechseln. Das war auch wieder so eine Sache, weil ich es zwar schon einmal gemacht hatte (Danke Lorenz! :D), mich aber einfach nicht mehr daran erinnern konnte, wie man die Bremsen öffnet. Zum Glück ist mein Freund ja ein begeisterter Mountainbiker und dann auch alles andere kein Problem :) Ich war stolz wie Bolle, als wir mit dem Wechseln fertig waren und alles wieder da war, wo es hingehörte! :D
Den Rückweg haben wir dann auf der geteerten Straße angetreten, was es um einiges leichter für Brenda machte. Trotzdem haben wir wieder gut 2,5 Stunden gebraucht und gegen Ende wurde mir echt kalt, weil ich mich so wenig bewegt habe...
Wir waren beide heilfroh, als wir zurück beim Hostel waren! Physisch hatte ich zwar das Gefühl, einen lockeren Spaziergang gemacht zu haben, bei dem ich mir auf unerklärliche Weise ein schmerzendes Hinterteil zugezogen habe; mental fühlte ich mich jedoch als wäre ich einen Marathon gelaufen.
Aber egal, das war es alle mal wert und immerhin wurden wir nach der Ankunft im Hostel noch mit einem Regenbogen belohnt :)
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| Caleb wollte unbedingt ans Ende des Regenbogens :D |
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